15. Mai 2012, 09:58 Uhr

Borreliose – Die häufigste durch Zecken übertragbare Krankheit

Vielen Menschen ist die durch Zecken übertragbare Krankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, bekannt. Allerdings ist die Borreliose in Deutschland die häufigste Erkrankung, die von Zecken auf den Menschen übertragen wird.

Verursacher der Borreliose ist ein spiralförmiges Bakterium, welches im Darm der Zecke lebt. Während FSME schon kurze Zeit nach dem Stich der Zecke übertragen werden kann, dauert es bei der Borreliose meist einige Stunden, da sich die Borrelien im Mitteldarm der Zecke befinden. Wie auch bei der FSME ist bei uns in Europa der gemeine Holzbock der häufigste Überträger der Krankheit.

Symptome und Stadien der Borreliose

Ein typisches Anzeichen für eine Infektion mit Borrelien und der dadurch verursachten Borreliose ist die sogenannte Wanderröte, die sich einige Tage oder Wochen nach dem Stich um die Einstichstelle bildet. Jedoch tritt die ringförmige Hautveränderung nicht bei jedem auf, sondern nur bei etwa 50 Prozent der Betroffenen. Da die Borreliose viele unspezifische Symptome mit sich bringen kann, spricht man auch von einer multisystemischen Infektionskrankheit, da sich die auftretenden Symptome auch bei anderen Krankheitsbildern zeigen. Bei der Borreliose können Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und Übelkeit mit Erbrechen auftreten. Zudem kann es zu Nackensteifigkeit, psychischen Veränderungen sowie Sehbeschwerden kommen. Die Borreliose wird in drei Stadien unterteilt. Das erste Stadium ist neben der Wanderröte auch durch Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit gekennzeichnet. Bei vielen Patienten treten nach einiger Zeit auch grippeähnliche Symptome auf, die auch mit immer wiederkehrenden Gelenkschmerzen und Müdigkeit einhergehen können. Nicht immer treten alle Symptome auf, was eine Diagnose recht schwierig macht. Auch im zweiten Stadium der Krankheit treten die grippeähnlichen Symptome auf, meist begleitet von starken Schweißausbrüchen. In diesem Stadium breiten sich die Bakterien im Körper aus. Mit der Ausbreitung werden auch Gelenke, Muskeln und Organe befallen. Dadurch können Muskel- und Gelenkschmerzen, sowie eine einseitige Gesichtslähmung, Sehstörungen und ein erhöhter Blutdruck auftreten. Wurde die Krankheit in den ersten beiden Stadien noch nicht identifiziert und behandelt, kann es im dritten Stadium zur chronischen Infektion kommen, einhergehend mit einer chronischen Hautentzündung, der sogenannten ACA, der sogenannten Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer. Im Stadium III treten die genannten Symptome immer wieder auf und können sich zunehmend verstärken. Zwischen den Schüben können Wochen, Monate oder sogar Jahre liegen.

Therapie und Vorbeugung

Da die Krankheitssympome bei einer Borreliose, bis auf die Wanderröte, sehr unspeziefisch sind, ist eine Borreliose häufig nicht leicht zu diagnostizieren. Dabei ist eine Antibiotikatherapie über mehrere Wochen, vor allem noch im ersten Stadium, sehr erfolgversprechend. Je weiter die Krankheit fortschreitet und unerkannt bleibt, umso schwieriger wird eine erfolgreiche Behandung. Der beste Schutz vor der Borreliose ist, sich sofort nach jedem Aufenthalt im Freien gründlich abzusuchen und im Falle eines bereits erfolgten Stichs durch eine Zecke, diese schnell mit einer Zeckenzange zu entfernen. Da die Borrelien ja einige Stunden benötigen, um aus dem Darm der Zecke in das Blut des Menschen zu gelangen, stehen die Chancen sehr gut, sich bei frühem entfernen der Zecke, nicht mit Borreliose zu infizieren. Auch die Anwendung von speziellen Insektenschutzmitteln, sogenannten Repellents, extra gegen Zecken können dabei helfen, zumindest einen Stich ein wenig herauszuzögern, wenn die Zecke dadurch länger auf der Suche nach einer für sie annehmbaren Einstichstelle ist. Auch enganliegende Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen erschwert es Zecken, auf die Haut zu gelangen und erhöht so die Chance, die Zecke noch vor dem Stich abzusammeln.

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Autor :: arzneimittel.de - Redaktionsteam

Tobias Boltze
Redaktionsleitung

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