11. August 2011, 10:58 Uhr

Auch Pferde müssen regelmäßig zum Zahnarzt

Ihr Pferd schlägt neuerdings ständig mit dem Kopf, es verwirft sich beim Reiten oder lässt sich nicht mehr stellen? Das könnten Hinweise auf Probleme mit den Zähnen sein. Wie lange ist bei Ihrem Pferd die letzte Kontrolle der Zähne durch den Tierarzt oder einen speziellen Pferde-Zahnarzt schon her?

Vor allem für „Nicht-Reiter“ hört es sich wahrscheinlich im ersten Moment eigenartig an, dass es so etwas wie einen Pferde-Zahnarzt gibt. Aber Zahnprobleme bei Pferden oder Ponys kommen durchaus häufiger vor, als man vielleicht denken mag.

Ursachen für Zahnprobleme bei Pferden und Ponys

Gerade Sportpferde haben kaum noch täglichen Koppelgang, bei dem sie sich auf der Weide das saftige Gras schmecken lassen können. In der Box bekommen sie das Futter dann schon zurechtgeschnitten und müssen nicht mehr abbeißen. Dadurch nutzen sich die Zähne nur noch langsam und nicht ganz gleichmäßig ab. Vor allem an den Backenzähnen des Pferdes bilden sich dann spitze Kanten, die sogenannten Haken. Ein weiterer Grund für die Entstehung von Haken an den Backenzähnen können zu lange Schneidezähne sein. Ist dies der Fall kann es zu einer Fehlstellung des Kiefers kommen, die Backenzähne passen nicht mehr aufeinander und Haken entstehen. Auch mit dem älter werden des Pferdes können Zahnprobleme entstehen. Die Beschwerden können übrigens auch bei jungen Pferden während dem Zahnwechsel entstehen. Dieser vollzieht sich meist zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr. Manchmal sind auch die sogenannten Wolfszähne für derartige Probleme verantwortlich. Wolfszähne haben nur manche Pferde, sie sind ein Überbleibsel der Evolution. Diese spitzen Zähne liegen meist vor den Backenzähnen und können durch Zahnfleisch bedeckt sein. Fährt man mit dem Finger über die Laden, kann man Wolfszähne meist an kleinen Erhebungen erkennen oder daran, dass das Pferd bei Berührung an der entsprechenden Stelle den Kopf wegzieht.

Symptome von Zahnproblemen

Dass das Pferd Probleme mit den Zähnen hat, äußert sich meist am deutlichsten beim Reiten. Schlagen mit dem Kopf, Verwerfen, Taktfehler oder Schwierigkeiten beim Stellen können auf Haken an den Zähnen hinweisen. Dadurch dass die Haken meist spitz und messerscharf sind, kommt es zu Schmerzen, wenn die Schleimhäute mit den Haken in Berührung kommen, meist geschieht dies, wenn man die Zügel annimmt. Im Alltag können sich Zahnprobleme dadurch bemerkbar machen, dass das Pferd kopfscheu wird, es nur noch langsam frisst, Futterreste und sogenannte Heuwickel im Trog zurück bleiben oder unzerkleinerte Futterstücke in den Hinterlassenschaften des Pferdes erkennbar sind. Kann das Futter nicht mehr ausreichend zerkleinert werden, kann es in der Folge auch zu einer Schlundverstopfung oder einer Kolik kommen. Ähnliche Symptome treten auf, wenn Wolfszähne dem Pferd Schmerzen bereiten.

Was ist zu tun?

Wolfszähne kann man meist an kleinen Erhebungen erkennen, wenn man mit dem Finger über die Laden streicht oder daran, dass das Pferd bei Berührung an der entsprechenden Stelle den Kopf wegzieht.
Hat man den Verdacht, dass sich an den Backenzähnen des Pferdes Haken gebildet haben, kann man versuchen, diese an den Außenseiten der Zähne selbst zu erfühlen. Oft kann man an der Zunge auch kleine Verletzungen erkennen. Auf jeden Fall sollte ein Tierarzt oder ein Zahnspezialist für Pferde das Gebiss des Tieres überprüfen und gegebenenfalls eine Korrektur vornehmen. Manchen Pferden ist das Abraspeln der Zähne unangenehm und macht ihnen Angst. Hier kann es notwendig sein, das Pferd vor der Behandlung zu sedieren, dies geschieht natürlich nur durch den Tierarzt. Das Schleifen der Zähne kann per Hand mit einer speziellen Feile erfolgen, oder elektrisch. Eine Untersuchung der Zähne sollte regelmäßig einmal im Jahr erfolgen. Bei jungen Pferden im Zahnwechsel, bei alten Pferden und bei Pferden mit Zahnfehlstellungen sollte zweimal jährlich das Gebiss kontrolliert werden.

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Autor :: arzneimittel.de - Redaktionsteam

Tobias Boltze
Redaktionsleitung

Schlagwörter/Ratgeber-Themen:TierarzneimittelTiergesundheit
Ein Kommentar bei “Auch Pferde müssen regelmäßig zum Zahnarzt”
  1. Simone schreibt:

    Hallo zusammen,

    mein Pferd hatte das Problem auch. Lange Zeit wusste ich nicht woran das liegt. Als ich einen Tierarzt gerufen habe hat er das Problem recht schnell erkannt. Ein Zahn war offen. Es lohnt sich wirklich das regelmäßig zu überprüfen!

    Viele Grüße

    Simone

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